StudienOktober 2026
Sichtbar für KI? Wie Seeländer KMU in ChatGPT & Co. ankommen
Wir haben am 30. Oktober 2026 die Websites von 197 Betrieben aus Kerzers und Umgebung, Murten und Ins so geprüft, wie ein Suchbot sie sieht. Das Ergebnis: Fast alle lassen KI-Suchen herein, aber 75 % beantworten keine einzige Kundenfrage mit einem eigenen Zwischentitel. Genau solche Antworten übernehmen ChatGPT, Perplexity und Google in ihre Empfehlungen.
Das Wichtigste in Kürze
- 62/100Median der Punktzahl. Die Hälfte der Websites liegt darunter.
- 75 %beantworten weder auf der Startseite noch auf Unterseiten eine Kundenfrage mit eigenem Zwischentitel.
- 98 %lassen die Suchbots von ChatGPT, Perplexity, Copilot und Google lesen.
- 3Betriebe sperren ihre Startseite mit «noindex» für alle Suchmaschinen, vermutlich ohne es zu wissen.
- 8 %der Websites zeigen ohne JavaScript praktisch keinen Text. Für die meisten KI-Bots sind sie leer.
- 19 %sind gut vorbereitet (80 Punkte und mehr), 20 % schneiden schwach ab.
Alle Anteile beziehen sich auf 197 Websites und sind auf etwa ± 5 bis 7 Prozentpunkte genau (95-%-Vertrauensbereich).
Wie gut sind die Websites von Seeländer KMU für KI-Suchen vorbereitet?
Die meisten liegen im Mittelfeld. Die Punktzahlen reichen von 20 bis 95, der Median liegt bei 62 von 100 Punkten (95-%-Vertrauensbereich 59 bis 65). 38 Websites (19 %) erreichen 80 Punkte oder mehr, 40 (20 %) bleiben unter 50.
Geprüft wurden zehn Punkte: ob die Suchbots die Seite lesen dürfen, ob der Text ohne JavaScript lesbar ist, Titel und Beschreibung, Gliederung, strukturierte Daten, Fragen und Antworten, Fakten zur Firma, Sitemap, Aktualität und technische Grundlagen.
- 00–9
- 010–19
- 320–29
- 930–39
- 2840–49
- 4750–59
- 4360–69
- 2970–79
- 3080–89
- 890–100
Was fehlt am häufigsten?
Was ein Webdesigner beim Aufbau automatisch erledigt, ist meistens vorhanden: Zugang für die Bots, Sitemap, technische Grundlagen. Was der Betrieb selbst liefern müsste, fehlt oft: Antworten auf die Fragen der Kundschaft, strukturierte Daten und ein erkennbares Datum.
Am grössten ist die Lücke bei den Fragen. Auf 90 % der Startseiten steht keine Frage als Zwischentitel. Auch wenn man bis zu fünf Unterseiten pro Website einbezieht, sind es noch 75 %. Nur 8 % haben eine Seite mit mindestens drei Fragen oder einer ausgezeichneten FAQ-Liste.
Die fünf wichtigsten Befunde
3 Betriebe sperren sich selbst aus allen Suchmaschinen aus
Ihre Startseite enthält die Anweisung «noindex». Damit bitten sie Google, Bing und KI-Suchen, die Seite nicht anzuzeigen. Das ist fast immer ein Überbleibsel aus der Bauphase der Website. Wir haben jeden Fall von Hand nachgeprüft.
Bei 16 Websites sehen KI-Bots fast nichts
8 % der Startseiten zeigen ohne JavaScript weniger als 50 Wörter, oft nur das Menü. Betroffen sind Websites aller Systeme, von Baukästen bis WordPress. Die Bots von OpenAI und Anthropic führen kein JavaScript aus.
75 % beantworten keine einzige Kundenfrage
KI-Suchen beantworten Fragen. Wer die drei häufigsten Fragen seiner Kundschaft als Zwischentitel auf die Website stellt und direkt beantwortet, liefert ihnen den Abschnitt, den sie zitieren können.
Niemand sperrt KI-Suchen bewusst aus
Keine der geprüften Websites blockiert die Such-Bots von ChatGPT, Perplexity, Copilot oder Google in der
robots.txt. 7 Betriebe schliessen das Training von KI-Modellen aus, was der Sichtbarkeit in KI-Suchen nicht schadet.Grundlagen fehlen oft
56 % der Startseiten haben keine strukturierten Daten, 41 % kein erkennbares Datum, 27 % der Websites keine Sitemap. Erfreulich: 63 % nennen auf der Startseite Kontakt, Adresse und einen Link zum Impressum.
Gibt es Unterschiede nach Region, Branche oder Website-System?
Region und Branche: keine, die statistisch gesichert wären. Im Median erreichen Betriebe aus Murten 65 Punkte, aus Kerzers und Umgebung 60 und aus Ins 60.5. Die Lücke bei den Fragen zieht sich durch alle Branchen.
Website-System: ja, vor allem durch Voreinstellungen. WordPress mit den üblichen Erweiterungen und Wix erzeugen Sitemap und strukturierte Daten meist automatisch, bei den geprüften TYPO3-Websites fehlen sie fast immer. Das ist ein Zusammenhang, kein Urteil über die Qualität eines Systems.
| Branche | Websites | Median | ohne Frage als Zwischentitel | ohne strukturierte Daten |
|---|---|---|---|---|
| Treuhand, Beratung, IT und Medien | 28 | 71 | 64 % | 39 % |
| Fahrzeuge und Transport | 18 | 65 | 72 % | 44 % |
| Detailhandel und Lebensmittel | 31 | 64 | 81 % | 65 % |
| Gastronomie und Hotellerie | 22 | 63 | 77 % | 64 % |
| Landwirtschaft, Gemüsebau und Landtechnik | 15 | 62 | 80 % | 47 % |
| Bau, Handwerk und Haustechnik | 48 | 58 | 73 % | 60 % |
| Gesundheit, Körperpflege und Fitness | 12 | 53.5 | 58 % | 58 % |
| Übrige | 23 | 58 | 87 % | 65 % |
Was können KMU jetzt tun?
Die meisten Massnahmen brauchen keine neue Website, sondern eine Stunde Zeit und die Zugangsdaten zum eigenen System.
- Sperre ausschliessenDie Website kostenlos prüfen. Steht dort «noindex», die Einstellung sofort entfernen. In WordPress: Einstellungen, Lesen, «Suchmaschinen davon abhalten …» deaktivieren.
- Text ohne JavaScript sicherstellenZeigt der Check deutlich weniger als 300 Wörter, beim Anbieter nachfragen, wie Inhalte für Suchmaschinen direkt ausgeliefert werden.
- Drei Kundenfragen beantwortenDie häufigsten Fragen aus Telefon, Mail und Offertanfragen als Zwischentitel stellen und im ersten Satz direkt beantworten: Preis «ab», Ort, Dauer.
- Fakten an einem OrtName, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten und Angebot gut sichtbar, und überall gleich: Website, Google-Unternehmensprofil, local.ch, search.ch.
- Aktualität zeigenEin «Stand: Monat Jahr» bei Preisen und Angeboten, und eine Sitemap bei Google und Bing einreichen.
- Andere über sich schreiben lassenBewertungen, Einträge in Verzeichnissen, Berichte in der Lokalpresse. KI-Suchen gewichten, was andere über einen Betrieb schreiben.
Wie wurde geprüft?
Stichprobe: 197 Websites von Betrieben aus öffentlichen Verzeichnissen: Mitglieder von Gwärb Kerzers, Unternehmensverzeichnisse der Gemeinden Ried bei Kerzers und Ins sowie Gewerbe, Hotels und Restaurants aus der Mitgliederliste von Murten Tourismus. Ohne Banken, Versicherungen, nationale Ketten, Verbände und Behörden. Die Stichprobe ist nicht zufällig gezogen; Vereinsmitglieder sind eher überdurchschnittlich aktiv.
Prüfung: Jede Startseite wurde am 30. Oktober 2026 ohne JavaScript abgerufen, so wie die Bots der KI-Suchen sie sehen, dazu robots.txt, Sitemap und bis zu fünf Unterseiten (847 insgesamt). Auffällige Ergebnisse wurden von Hand nachgeprüft. Für Anteile geben wir 95-%-Vertrauensbereiche an, Unterschiede zwischen Gruppen sind mit dem Kruskal-Wallis-Test geprüft.
Grenzen: Die Studie misst, ob eine Website für KI-Suchen lesbar und zitierbar ist, nicht, ob ein KI-System den Betrieb tatsächlich nennt. Die Gewichtung der zehn Prüfpunkte ist eine fachliche Einschätzung; mit gleichen Gewichten bleibt die Rangfolge fast gleich (Spearman ρ = 0.98).
Interessenbindung: veravis bietet Kurse und Beratung zur Sichtbarkeit in KI-Suchen an. Der GEO-Check ist ein eigenes, kostenlos nutzbares Werkzeug. Die Studie entstand ohne Auftrag und ohne Finanzierung durch Dritte.
Alle Einzelheiten, Tabellen und Quellen stehen im Whitepaper (PDF).
Häufige Fragen zur Studie
Wird meine Firma in der Studie genannt?
Nein. Die Studie nennt keine einzelnen Betriebe, weder auf dieser Seite noch im Whitepaper oder in den Daten, die wir auf Anfrage weitergeben.
Wie prüfe ich meine eigene Website?
Mit dem kostenlosen GEO-Check auf veravis.ch. Er ist derselbe Check wie in der Studie, braucht keine Anmeldung und speichert weder die Adresse noch das Ergebnis.
Darf ich die Ergebnisse zitieren?
Ja, gern mit Quellenangabe: «veravis, Sichtbar für KI? Wie Seeländer KMU in ChatGPT & Co. ankommen. Whitepaper, Oktober 2026». Für Medien und Forschung stellen wir die anonymisierten Daten und das Prüfskript auf Anfrage zur Verfügung.
Heisst eine hohe Punktzahl, dass ChatGPT meinen Betrieb empfiehlt?
Nicht unbedingt. Die Studie misst, ob eine Website für KI-Suchen lesbar und zitierbar ist. Ob das zu mehr Nennungen führt, untersuchen wir im zweiten Teil der Studie mit echten Fragen an Gemini, der KI-Suche von Google. Dort berücksichtigen wir auch Google-Bewertungen, Medienberichte und Bekanntheit.
Wer steht hinter der Studie?
Tobias Bolliger, Gründer von veravis in Fräschels. veravis bietet Kurse und Beratung zur Sichtbarkeit in KI-Suchen an; der GEO-Check ist ein eigenes Werkzeug. Die Studie entstand ohne Auftrag und ohne Finanzierung durch Dritte.
Ziel30 Minuten
Der erste Schritt dauert 30 Minuten.
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- Auf Deutsch, Französisch oder Englisch
- Vor Ort im Seeland, in Murten, Bern und Freiburg, online in der ganzen Schweiz